Im 10 Jhd. gehörten das Kyffhäusergebiet zum Krongut des deutschen Königs Heinrich I. (919 – 936), dem Begründer des Deutschen Reiches. Zur Festigung seiner Kronmacht, aber auch für die Aufenthalte in seinem Königreich errichtete er Pfalzen und Burgen. In Sichtnähe des Kyffhäusers entstand, wahrscheinlich bereits in der 1.Hälfte des 10 Jh., die Pfalz Tilleda. Für die Pfalz Tilleda wurde auf dem nordöstlichen Bergsporn des Kyffhäusers eine Schutz- und Fluchtburg errichtet. Urkundliche Überlieferung über die Kyffhäuserburg setzten erst 1118, und zwar mit Ihrer Zerstörung, ein. In den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Kaiser Heinrich V. und thüringischen und sächsischen Adligen unter der Führung Lothars von Supplinburg wird die Burg bis auf ihre Grundmauern zerstört. Aber sehr bald begann deren Wiederaufbau. Den vollständigen Auf- und Ausbau erfährt die Veste während der Regierungszeit Friedrich I. Barbarossas (1152-1190). Der weithin sichtbare Barbarossaturm, einst ca. 30 m hoch, zeigt deutlich den Einfluß staufischer Baukunst. Die 600 m lange und 60 m breite Anlage gehörte zu den größten mittelalterlichen Burgen Deutschlands. Die Einteilung dieser wehrhaften Anlage in Ober-, Mittel- und Unterburg ist heute noch erkennbar. Ein Aufenthalt Barbarossas 1174 in der Pfalz Tilleda ist urkundlich nachgewiesen. Es ist anzunehmen, daß er auch in der Reichsburg Kyffhausen verweilte, aber nicht belegbar. Die Blütezeit der Veste währte nur ca. hundert Jahre. Nach dem Zusammenbruch des Staufenreiches (1250) wechseln sehr oft deren Besitzer. Ihr Verfall ist nicht mehr aufzuhalten. Als 1407 die Grafen von Schwarzburg (später Fürstentum) die Burg erhielten, sprach man schon vom „wüsten schloß kyffese“. Von den Bewohnern der umliegenden Siedlungen wurden die Steine zum Bau von Ställen und Scheunen abgetragen. Im Verlauf der Jahrhunderte wurden die Ruinen durch Erde, Bäume und Gestrüpp immer mehr verdeckt. Die Mittelburg wurde im 17. und 18. Jh. zerstört. Aus einem großen Steinbruch gewann man das Material für die Herstellung von Mühlsteinen. In den dreißiger Jahren unseres Jahrhunderts wurde die Unterburg umfangreich ausgegraben. Tonnen von Erdmassen mussten weggeschaft werden, damit dem heutigen Besucher dieser imposante Eindruck mittelalterlicher Baukunst vermittelt werden kann. Die Erinnerung an den Kyffhäuser wurde durch die Kyffhäuser- oder Barbarossasage wachgehalten. Bezieht sie sich zunächst auf Friedrich II., so wird erst im 16.Jh. eindeutig Friedrich I. Barbarossa als Sagenkaiser genannt. Wandert er anfangs noch umher, sitzt er jetzt im Kyffhäuser in einem „hohlen Berg“. Hier schläft er auf der elfenbeinernen Bank am marmornen Tisch und während seines jahrhundertelangen Schlafes wächst sein roter Bart in den Tisch hinen. Im Kyffhäuser muß er schlafen, solange die Raben um den Berg fliegen.
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